Scoping für die SAP-Übersetzung, Teil 2: Z-Entwicklungen

Sobald Sie wissen, dass Sie um die Übersetzung von Texten in Ihren SAP-Systemen nicht herumkommen, ist es an der Zeit, herauszufinden, welche Texte denn übersetzt werden müssen. Darum geht es beim Scoping. Dies hier ist der zweite von drei Beiträgen zum Scoping, die Ihnen einen Überblick über die ersten Schritte in Richtung eines SAP-Übersetzungsprojekts geben sollen – bei dem Sie alle relevanten Texte übersetzen, ohne den Budgetrahmen zu sprengen. In diesem Beitrag wird es um die Übersetzung von Einträgen aus ABAP-Eigenentwicklungen gehen. Eine Einführung ins Thema Scoping finden Sie hier im vorigen Beitrag.

Was optimieren – Scope oder Übersetzungsprozess?

Es gibt zwei Arten, wie ein SAP-Übersetzungsprojekt effizienter gestaltet werden kann. Entweder reduzieren Sie die Anzahl der zu übersetzenden Texte – Sie reduzieren also den Umfang der Übersetzung – oder aber Sie optimieren den Übersetzungsprozess an sich, indem die Übersetzung so weit wie möglich automatisiert wird wie möglich, ohne dass die Qualität leidet. Beides ist möglich und sinnvoll, doch bei Texten der Benutzeroberfläche von SAP-Eigenentwicklungen lohnt es sich, einen genaueren Blick auf den Übersetzungsprozess zu werfen und herauszufinden, wie er möglichst effizient gestaltet werden kann.

Was bietet SAP?

Was die Tools für das Scoping von Z-Entwicklungen angeht, wird mit dem SAP-Standard fast alles abgedeckt. Tatsächlich ist es so, dass sich der SAP-Standard besonders gut für die Übersetzung von ABAP-Benutzeroberflächen eignet. Für Customizing-Texte, Formulare und Stammdaten bietet er sich weniger an. Das kommt daher, dass die meisten Texte, die SAP intern übersetzt, zur Benutzeroberfläche gehören. Dadurch lässt sich der Umfang für diesen Teil Ihres Projekts allein mit dem SAP-Standard ermitteln.

Die Transaktion LXE_MASTER spielt eine große Rolle beim Scoping.

Die Transaktion LXE_MASTER spielt eine große Rolle beim Scoping.

Für viele der 40 SAP-Sprachen werden von SAP bereits Übersetzungen angeboten. Durch dieses breite Angebot fällt bei zahlreichen Projekten die Übersetzung von SAP-Standard-Texten weg. Trotzdem müssen Sie im Hinterkopf behalten, dass nicht alle Texte für alle SAP-Produkte in allen 40 Sprachen verfügbar sind. Es kann sein, dass Sie durch Lücken in der Übersetzung schließlich doch SAP-Standard-Texte übersetzen müssen. Davon sind insbesondere Sprachen mit einer geringeren Abdeckung betroffen, wie beispielsweise koreanisch.

Durch Sprachenpakete lassen sich SAP-Standard-Bilder einfach übersetzen.

Durch Sprachenpakete lassen sich SAP-Standard-Bilder einfach übersetzen.

Optimieren und Automatisieren des Übersetzungsprozesses

Gerade bei größeren Projekten ist es oft nicht einfach, den Scope von Z-Entwicklungen zu optimieren und zu reduzieren. Oft liegt das an fehlenden Ressourcen, sei es in der IT oder in den Fachabteilungen. Und selbst wenn Sie externe Ressourcen hinzuziehen, die nicht mit dem Thema Übersetzung vertraut sein, können Stunden und Tage vergehen, bis auch der letzte Text vom Umfang ausgeschlossen wurde – die Kosten explodieren. Daher gibt es immer einen Punkt, ab dem es günstiger ist, zu übersetzen statt weiter zu optimieren. Es ergibt also Sinn, ein gesundes Gleichgewicht zwischen weitestgehender Optimierung in einem angemessenen Zeitrahmen und dem Nutzen von Automatisierungstools zu finden, um Sie bis zum Übersetzungsziel zu bringen.

Das gilt insbesondere für Z-Entwicklungen. Für die meisten anderen Texttypen lässt sich der Umfang einfacher ermitteln, da in vielen Unternehmen klar ist, welche Formulare und Stammdatensätze ebenfalls in einer anderen Sprache verfügbar sein sollten. Und zum Glück gibt es da noch unser CDTM-Add-on, womit das Bestimmen von Customizing-Einträgen deutlich weniger Kopfzerbrechen bereitet. Doch eine positive Eigenschaft haben Z-Entwicklungen trotz des komplizierteren Scoping-Prozesses: Ihre Übersetzung lässt sich am einfachsten automatisieren.

Optimieren und Automatisieren des Übersetzungsprozesses

Am meisten lässt sich bei der SAP-Übersetzung mit der automatischen Verteilung sparen – insbesondere, was Eigenentwicklungen angeht. Und zwar, wenn Sie Zugriff auf ein Drittanbieter-Tool wie tf-externalize haben, was es möglich macht, Übersetzungen aus SAP-Sprachenpaketen sowie andere bereits vorhandene Übersetzungen zu nutzen, indem Sie den Vorschlagspool mit den entsprechenden SAP-Standard-Übersetzungen befüllen (darüber schreibe ich hier). Im Großen und Ganzen bedeutet das, dass immer, wenn Ihre Entwickler Benutzeroberflächentexte verfassen, die mit SAP-Standard-Texten übereinstimmen, der Übersetzer, der die Texte beispielsweise ins Französische übersetzt, die SAP-Standard-Übersetzung wiederverwenden kann.

Übersetzungsvorschläge anlegen spart eine Menge Arbeit.

Übersetzungsvorschläge anlegen spart eine Menge Arbeit.

Wie die Übersetzung von doppelten Texten mit der Automatischen Verteilung, einer SAP-Standard-Funktion, zum Kinderspiel wird, beschreibe ich hier.

SAP Translation Hub voll ausnutzen

Ich habe hier und hier bereits über die Schatzkiste voller SAP-Standard-Übersetzungen geschrieben, die der SAP Translation Hub für SAP-Kunden bereitstellt. Dank unseres tf-externalize-Add-ons können Sie aus dieser Quelle Übersetzungen ziehen, ohne die SAP GUI zu verlassen, und verschieden Automatisierungsszenarien sind von diesem Ausgangspunkt möglich. Das bei weitem häufigste Szenario sieht so aus: Übersetzungen werden aus dem SAP Translation Hub gezogen und Übersetzer überprüfen und bestätigen diese Übersetzungen. So wird eine hohe Übersetzungsqualität garantiert.

Und sonst?

Wenn Sie inzwischen auch meinen Beitrag über Customizing-Einträge und Übersetzung gelesen haben, kennen Sie bereits die zwei Arten von Texten, die den größten Teil von SAP-Übersetzungsprojekten ausmachen … Doch das ist noch nicht alles.

Im nächsten Beitrag dieser Reihe beschäftige ich mich mit dem Scoping von Texten, die ursprünglich nicht aus dem Entwicklungssystem stammen, sondern aus der Produktionsumgebung, z. B. Stammdatentexte. Bleiben Sie dran!

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